Feierabendverkehr
Clarastraße. Ich hasse Busse. Vor allem den Feierabendverkehr. Unzählige Menschen drängen sich, nein pressen sich in den viel zu kleinen Bus. Alle genervt, alle müde, die meisten bräuchten eine Dusche (oder besser ein langes Bad). Glücklicherweise kann ich es mir leisten, mit dem Auto zur Arbeit zu fahren. Unglücklicherweise hatte ich das gute Stück nach einer kleinen Sauftour für eine Spritztour verwendet und Bekanntschaft mit einer Straßenlaterne und der gerade aktiven Straßenkontrolle gemacht. Jetzt bin ich also eingepfercht zwischen unzähligen Menschen, genervt, müde und ich bräuchte dringend ein Bad.
Marktplatz. Weltrekord! Es passen tatsächlich (gefühlte) 1000 Menschen in einen kleinen Stadtbus. Und weil es gerade so schön ist beschließen ein paar Leute von draußen am Weltrekord teilzuhaben und steigen gleich mit ein. Meine Wenigkeit wird weiter ins Innere gedrückt bis die Wand des Wagens mir einfach keine weitere Möglichkeit lässt, als dem Druck der Masse stand zu halten. Ich schließe die Augen und Wünsche mich an einen weit entfernten Ort mit wenigen, möglichst weiblichen, möglichst nackten Menschen. Der Bus geht in die Kurve und drückt mir so noch mehr Masse auf den Bauch. Mir fällt auf, dass sich das weiter unten gar nicht mal so schlecht anfühlt und vorsichtig mache ich die Augen auf.
Barfüsserplatz. Sie ist bestimmt müde, sicher genervt aber sie duftet phantastisch und ihr Hintern schmiegt sich angenehm an meine Leistengegend. Ihren Hintern kann ich nur erspüren und außer ihrem Lockenkopf kann ich nicht mehr erkennen, es ist einfach zu eng. Den Rest denke ich mir dazu: (Zwei) lange Beine, Traumfigur (jedenfalls ein Traumhintern), ein schnuckeliges Gesicht mit Schmollippen und großen Augen. Ich sollte es beim Träumen belassen. Doch der Vollidiot in mir will mehr. Mein Herz beginnt schneller zu schlagen. Ich könnte mir eine Menge Ärger einhandeln. Aber zu spät, das Großhirn zwischen meinen Beinen hat die Kontrolle übernommen. Der Bus fährt in eine Kurve und ich nutze die Gelegenheit mich gegen sie fallen zu lassen und ein Tschuldigung zu nuscheln, während ich mich mit meinen Händen an ihren schlanken Hüften abfange, wie um Halt zu finden. Sie erstarrt kurz. Jetzt die Schlüsselszene: Ich lasse meine Hände weiter an ihrer Hüfte. Mein Herz schlägt auf Technolevel und sogar Mister Großhirn ist zu aufgeregt um in Kampfposition zu gehen. Im besten Fall löst sie sich mit einem Ruck und grummelt etwas, im Schlimmsten Fall kennt gleich der gesamte Bus den neuesten Feierabendfummler von Basel.
Heuwaage. Sie macht nichts! Ich schlucke und führe im Geiste eine Checkliste durch. Ich bin wach: Check! Ich bin in einem viel zu vollem Scheißbus: Check! Ich habe meine Hand an der Hüfte einer (von hinten) verdammt scharfen Frau: Check! Sie macht nichts: CHECK!!! Der einzige Grund warum ich mein Herz nicht schlagen höre ist das Blut, das wie wild in meinen Ohren rauscht. Ich sollte aufhören, ich sollte aussteigen und verschwinden, keine Chance, dass das gutgeht. Ich sollte…der Bus fährt weiter, meine Hand bleibt wo sie ist. Verdammt! Meine rechte Hand streichelt sie ein wenig. Argh! Aeschenplatz. Ich lebe. Noch. Einige Leute sind ausgestiegen, noch mehr sind eingestiegen. Ach ja, und meine Hand ist mittlerweile fast zwischen den Beinen einer unbekannten Frau deren Gesicht ich nicht sehen kann und ich lebe. Noch. Gleich wird das Geschrei losgehen. Irgendjemand wird etwas sagen. Sie wird um sich schlagen. Sie wird die Polizei rufen. Sie…drückt ihren Traumhintern ein wenig fester an mich und lässt ihn kreisen. Mein kleiner Freund ist augenblicklich in Kampfposition und protestiert überdeutlich gegen meine beknackte Entscheidung heute eine enge Jeans anzuziehen.
Wir fahren weiter. Ich drücke mein Gesicht in ihre Haarpracht und genieße ihren Duft, ihre Wärme und die geniale Massage den ihr Knackarsch an meinem Schwanz vollführt. Es sind subtile Bewegungen, aufreizend und für alle anderen Deppen im Bus unbemerkbar. Sie wackelt spielerisch mit ihren Hüften und ich kann mir nur mühsam ein Winseln verkneifen. Meine Hand hat sich in minutiöser Kleinstarbeit zwischen ihre Beine vorgearbeitet und streichelt sie so zart und leicht wie sie mit ihrem Arsch meinen Luststab verwöhnt/quält. Am liebsten würde ich mich mit einem Schrei auf sie stürzen und mit ihr jetzt sofort vor allen Leuten den genialsten Liebesakt des Jahrtausends vollziehen. Ich Tarzan, sie Jane, Rest neidisches Publikum. Aber ersten ist es zu eng und zweitens bin ich nicht fotogen genug um auf den Titelseite der Klatschzeitungen mit der Überschrift Neuer Triebtäter in Basel! vorgestellt zu werden. Mein kleiner großer Freund ist allerdings gerade dabei mich davon zu überzeugen, dass keiner der beiden Punkte wirklich von Belang ist. Ich bin geneigt ihm zuzustimmen.
Hauptbahnhof. Meine Hoden sind kurz vorm Platzen. Meine andere Hand ist eben wie zufällig über ihre Brust gerutscht und ich bin mehr als sicher, dass ich einen sehr steifen Nippel gespürt habe, der von keinem BH verdeckt wird. Zur Sicherheit rutscht meine Hand noch einmal zufällig über ihre Brust. Jepp, definitiv kein BH, definitv steif. Sie quittiert meinen Check mit einem leichten Stoß ihrer Hüften, wie um mich in die Schranken zu weisen. Ich will sie haben. Jetzt. Oder möglichst bald. Meine Lippen öffnen sich um so etwas wie eine Einladung in ihr Ohr zu flüstern oder wenigstens irgendetwas Megacooles. Stattdessen entweicht mir ein armseeliges Krächzen das glücklicherweise von der Durchsage übertönt wird Endstation!. Die Türen öffnen sich und ein Schwall Menschen ergießt sich auf die Straße. Alle genervt, alle müde, darunter die Frau mit der ich es auf der Stelle treiben möchte. Doch sie lässt sich mit dem Strom treiben und ist in Sekunden weg, verschwunden. Ich sollte hinter ihr her rennen. Sie bei mir halten, sofort, ehe es zu spät ist. Wenigstens ihr Gesicht sehen, damit ich sie beim nächsten Mal erkennen und ansprechen kann (Hey du, erinnerst du dich an mich? Ich bin der Typ, der im Bus seine Latte an dich gepresst hat! Lust auf einen Kaffee?!). Ja, das sollte ich tun. Das Problem: Schonmal versucht mit einer vollen Erektion in einer engen Jeans zu rennen? Falls nein: Es ist verdammt schmerzhaft. Und in der heutigen Gesellschaft fällt ein Typ nun mal auf, wenn er mit leidendem Gesicht und einer sichtbaren Beule in seiner Hose durch die Gegend humpelt. Also halte ich unauffällig auffällig meine Tasche vor mich und suche mir einen Sitzplatz als Versteck. Wir fahren weiter und was bleibt ist der Geruch von vielen Menschen und ein unangenehm nasser Fleck in meinen Shorts.
Ich hasse Busse.
Gefällt mir:
~ von frostdrache am Juli 13, 2009.
Veröffentlicht in Stories
Tags: Erotik, Fantasien, Geschichte
